Freitag, 7. Juli 2006

Naiv!?

Noch mehr Verwirrung, aber auch Vorfreude im Briefkasten.

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Platzregen

Ich wache im verschwommenen Raum zwischen Traum und Tatsächlichem auf. Wasser!
Eine Kneipe an Silvester in meinem Traum. Gescheiterte Gestalten unter dem Druck der Zeit, die sich diskutierend über für sie wichtige Nichtigkeiten, nichts anmerken lassen. Und davor im Wach, zwei Menschen, unscharf, an der Schwelle ins Nirgendwo, doch sie kehren zurück in die Stille einer ins Schloss fallenden Tür.
Noch mehr Wasser! Kühlend, löschend und die stillen Blitze der Nacht in die Unmissverständlichkeit des Tages befördernd.

Mandarinenwodka

Das Leben gibt mir einen be-/versoffenen Denkzettel aus dem Mund des Tänzers. Ich ziehe mich wieder an und bin nüchtern. Plötzlich.

Dienstag, 4. Juli 2006

...

"Du hast so recht", sagt er am Telefon und das er hofft, dass wir uns bald wieder sehen. Plötzlich, für einen winzigen Moment, kitzelt, tanzend wie ein Glühwürmchen, mein Herz. Ich sollte endlich schlafen gehen.

Vor lauter Aufregung...

1,2,3. Dave lass die Hüften schwingen! Ich komme!

Freitag, 30. Juni 2006

...

Meine Gastgeberin lacht über meine Tasche, die ich von meiner Mutter ausgeliehen habe. Ich lache zurück, fürs Foto. Ich, brav im Blazer in rose und mit 10-Euro-preisgesenkten Spießerschühchen an den Füßen. Auf diesen stolziere ich zum Vorstellungsgespräch, dem ersten. Ich erwarte keinen Erfolg, das wäre doch komisch. Kurz vor elf checke ich mein Antlitz im Spiegel. Meine Haare liegen super, doch ich bekomme den Kopf gewaschen. Sollte es zu einer Einstellung kommen, würde ich es mit sogenannten „benachteiligten“ Jugendlichen zu tun haben, die das Arbeitsamt schickt. Wenn ich Glück habe, geht alles gut mit denen. Wenn es aber normal läuft, muss ich Mutti oder Kindergärtnerin spielen, den Wecker stellen, mich um deren leere Kontos, Wohnungsräumungskommandos und Inkassoangelegenheiten kümmern.
Der Chef der Anstalt des Instituts holt seinen Aschenbecher, um das Ende unseres Gesprächs zu signalisieren. Sie wollen sich nächste Woche melden. Ich hätte wohl lieber die Stahlkappenstiefel anziehen sollen.

Donnerstag, 29. Juni 2006

APOP

Die Computerstimmenfrau kündigt Kathy’s Song an und ich begrüße sie mit einem lauten Schrei. Meine Freundin, die oft Sätze sagt, die mit „Früher“ beginnen, schaut mich von der Seite an und klärt mich auf, wenn ich so schreie, würde doch jeder merken, dass wir schon länger dabei sind. Da macht mir die Sache noch mehr Freude und ich kreische noch lauter „Ich bin schon alt und ich finds geil!“
„Do you want some Oldschool-Apop, Dresden?“ Was Dresden will, weiß ich nicht, ist mir auch Schnuppe, aber ich kanns gebrauchen. Deep Red. Und später, während die Dresdner Studentenschaft auf Bier musiksenderverseucht und vergnügt zu diesem Shi-Shi-Shi-Shi-Quatsch scheint und hüpft, bleiben wir symbolisch gegen die Maschinerie stehen.
Non-Stop Violence. Überall.

Dienstag, 27. Juni 2006

Running up that hill (Kate Bush)

You don't want to hurt me
But see how deep the bullet lies
Unaware I'm tearing you asunder
Ooh there is thunder in our hearts
Is there so much hate for the
ones we love
Tell me we both matter don't we
You
You and me
You and me won't be unhappy


"Schönes Lied." sagt er. Und ich stimme ihm zu.

Montag, 26. Juni 2006

Feuchtes Toilettenpapier

Heute Abend wünsche ich mir nicht trainspottinglike einen Lakaien, der mir Toilettenpapier reicht, sondern einen der mir Après-Balsam gleichmäßig auf die Haut aufträgt, wie es auf der Flasche steht.

Stripped

Wäre das ein Roman über eine kesse junge Frau, die ihr Leben als Single mit allen Vor- und Nachteilen ausgiebig auskostet, würden diese Zeilen so beginnen: Das Wort Bumse begegnete mir vor etwas über einem Jahr. Es klingt hart, aber es ist wohl bezeichnend. Sie kommen und gehen, bleiben nie lang und vor allem nie über Nacht. Ist es aber nicht, also vergessen wir das.
Am Nachmittag traf ich mich mit dem Tänzer und wir fuhren mit dem Bus in die Schänke im Wald. An Getränken mangelte es nicht, alles da. Ein Gewitter brach über uns herein, reinigte nichts, und im Schutz eines großen Biergartensonnenschirms freute ich mich über den Krach, mit dem der Regen über uns abprallte. Der Tänzer saß neben mir, legte seine Hand auf mein Bein und ich sagte ihm nicht, dass ich das alles gerade erotisch finde.
Später, zu Hause, als er die Tür hinter sich ins Schloss fallen lässt, schalte ich den Fernseher ein und werde ungewollt Zeuge eines Scooter-Konzertes. Sie covern meine Lieblingsband mit Stripped. Wieder so eine komische Sache.

Samstag, 17. Juni 2006

Baileys'Mädelstratsch

„Und? Was macht die Liebe?“ Während unsere Blicke hinunter vom höchsten Biergarten der Stadt über die Bäume und den Teich des Naherholungskleinodes schweifen, unterhalten wir uns über Dinge, die nicht sind und über Frauen, die es gibt. Ich halte dem Abchecken stand und denke, ich weiß, worum es hier eigentlich geht. Es liegt in meiner Hand, sagt er, der Tänzer. Ich werde nicht rot oder so. Aber ich schwitze in der Schwüle, die der Nachmittag haucht. Am Abend bemerke ich meine roten Arme. Die Tücke der versteckten Sonne.

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